Messen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Messung von Dauermagneten: Zu unterscheiden sind werkstoffbezogene und anwendungsbezogene Messungen. Wie bereits oben erwähnt, werden die Materialeigenschaften mit Hilfe einer Entmagnetisierungskurve dargestellt. Diese wird mittels eines sogenannten Hystergraphen oder Permagraphen erzeugt.

Bei anwendungsbezogenen Messungen werden z.B. Gauss- bzw. Teslameter oder Fluxmeter verwendet. Mit einem Gaussmeter misst man die Oberflächen- bzw. Luftspaltinduktion, also Werte, die als „Arbeitswerte“ bezeichnet werden können. Zur Ermittlung dieser Werte wird eine Hallsonde auf die Magnetoberfläche resp. in den Arbeitsluftspalt gebracht. Die Ablesung des Messwertes erfolgt auf dem Display des Messgerätes. Bei einem Luftspalt von 0 mm ist die magnetische Flussdichte am größten, das folgende Diagramm veranschaulicht die Verringerung der Flussdichte bei Vergrößerung des Luftspaltes.

Berechnung der Flussdichte

Das Fluxmeter liefert einen Wert, der den magnetischen Fluss des Dauermagneten resp. eines Magnetsystems, z.B. Permanentmagnetrotor eines Elektromotors angibt. Zu diesem Zweck wird eine Messspule, die mit dem Fluxmeter verbunden ist, um den zu messenden Körper gelegt. Das Display des Fluxmeters zeigt den Gesamtwert des magnetischen Flusses, der vom Magneten resp. dem Magnetsystem generiert wird. Diese Methode wird oft zur Qualitätskontrolle fertigungsbegleitend eingesetzt.

Mit dem Fluxmeter lässt sich unter Verwendung einer sogenannten Helmholtzspule, die an das Fluxmeter angeschlossen wird, auch das magnetische Moment eines Dauermagneten ermitteln.

Berechnung der Haftkraft / Haltekraft

Eine oft gestellte Frage bezieht sich auf die „Stärke“ des Magneten: „Wie groß muss der Magnet sein, damit eine bestimmte Haftkraft erzielt wird?“ Die Frage nach der Haftkraft des Magneten ist allerdings abhängig von mehreren Faktoren wie z.B. den Faktor

  • des Materials und der Güte des Magneten
  • Material und Oberfläche des Haftuntergrundes
  • den Abmessungen des Magneten
  • der geometrischen Form und der Magnetisierungsrichtung

Auch die Temperatur kann dabei eine Rolle spielen. Die ausgewiesenen Angaben zur Haltekraft unserer Produkte sind von uns selber ermittelt. Zwar existieren auch Formeln, welche die Haltekraft in kg oder Newton errechnen. Allerdings stellt sich dabei immer die Frage, wie zuverlässig diese Berechnungen tatsächlich sind und ob sie der praktischen Anwendung entsprechen.

Wir ermitteln das Gewicht in kg, welches maximal von einem Magneten gezogen werden kann. Dabei wird der Magnet bei Raumtemperatur auf eine 20 mm starke, plan geschliffene Stahlplatte (St37) gelegt und senkrecht abgezogen. Der Maximalwert kann mit Hilfe einer Federwaage oder einem von uns selbst hergestellten Gerät mit integrierter Zugwaage ermittelt werden.

Bitte beachten Sie:
Einige unserer Mitbewerber weisen sehr hohe – und aus unserer Sicht nicht realistische – Haftkraftwerte auf. Dabei entspricht schon die Art und Weise der Messung nicht der definierten Methode, da der Magnet dabei zwischen zwei extrem starken Stahlplatten gelegt wird. Dann wird durch Zugversuche ein verfälschtes Ergebnis ermittelt. Durch das Anbringen einer zweiten Stahlfläche auf dem anderen Pol des Magneten wird die Haftkraft entsprechend verstärkt, da ein größerer Anteil des Magnetfeldes durch die Stahlplatten verläuft. Abhängig von den Abmessungen des Magneten kann der ermittelte Wert ein Vielfaches des nach unserer Methode ermittelten Wertes betragen. In diesem Fall wird nicht der Magnet gemessen, sondern ein entstandenes Magnetsystem.

Weitere Hinweise und Wissenswertes zum Thema Messung von Dauermagneten finden Sie hier.

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