• Sonsties und Geschichte

    Internationale Wettbewerbssituation

    Dauermagnete werden in verschiedenen Regionen der Welt hergestellt. Während bis zu Beginn der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts europäische und japanische Unternehmen den Weltmagnetbedarf zu einem Großteil deckten, ist in den letzten Jahren eine deutliche Verschiebung der Hauptproduktionsmengen in Richtung der Schwellenländer Asiens (vornehmlich China und Indien) erfolgt. China verfügt über die weltweit größten Vorkommen an Seltenen Erden, Grundstoffe für die Herstellung der modernen hoch energiereichen Magnetwerkstoffe SmCo und NdFeB. Dieser Wettbewerbsvorteil führte im Zusammenspiel mit niedrigen Löhnen und Energiekosten dazu, dass China heute zum größten Hersteller und Exporteur für dauermagnetische Erzeugnisse avanciert ist. Wegen der erheblich niedrigeren Preise und der ständig verbesserten Qualität chinesischer Magneterzeugnisse haben europäische Hersteller zunehmend Marktanteile eingebüßt. Es dürfte eine Frage der Zeit sein, bis in den ?alten? Industrieländern die traditionellen Magnetindustrien verschwunden sein werden.


    Zur Geschichte


    Bereits im 5. Jh. v Chr. war den Griechen die Existenz des Magnetismus bekannt. Die Namensgebung wird aus der griechischen Mythologie abgeleitet, in der man sich auf den Fundort von magnetischem Eisenerz in der thessalischen Stadt Magnesia sowie auf den Namen eines griechischen Schäfers (Magnetes) bezieht. In China wurde im 2. Jh. n. Chr. die Existenz magnetischer Nadeln beschrieben.


    Die erste praktische Anwendung fand der Magnetismus wohl in der Form des Kompasses. Doch erst die Möglichkeit der industriellen Herstellung von Magnetwerkstoffen verhalf der Magnettechnik zu einem rasanten Aufschwung. Ein wichtiges Datum für das uns heute bekannte Anwendungsspektrum stellt die Entdeckung der Beziehung zwischen Magnetismus und Elektrizität durch Hans Chr. Oersted im Jahre 1820 dar. In der Folge gelang es, erste Magnete (kohlenstoffhaltige Stähle) herzustellen, deren magnetische Eigenschaften durch Walzverfahren eingestellt wurde und die ihren Einsatz vorzugsweise in der Elektrotechnik (Dynamos, Elektromotore) fanden. Am Anfang dieses Jahrhunderts wurde durch die Forschungsarbeiten von Curie, Longerin und Weiss der Grundstein für die Entwicklung neuer industriell nutzbarer Werkstoffe gelegt, die als Permanentwerkstoffe bezeichnet werden konnten. Als Erfolg dieser Forschungsarbeiten entstand 1932 der AlNiCo-Magnet (Al-Ni-Co-Fe). Dieser permanentmagnetische Werkstoff zeichnete sich durch bedeutend gesteigerte Energiedichte und höhere magnetische Stabilität aus. Hartferrite stellten in der Folge einen weiteren Entwicklungsschritt im Hinblick auf gesteigerte Koerzitivfeldstärke und günstigere Materialpreise dar. Seit den 60iger Jahren stellen sie aufgrund des sehr guten Preis- / Leistungsverhältnis das Hauptvolumen der eingesetzten Magnetwerkstoffe. Das Leistungspotential von Magneten stieg innerhalb kürzester Zeit durch die Entwicklung neuer Werkstoffe auf Samarium-Kobalt und Neodym-Eisen-Bor-Basis um den Faktor 10. Trotzdem drängen ständig steigende Anforderungen zu neuen Entwicklungen. Für die Zukunft sind weitere Fortschritte zu erwarten.


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