• Ferritmagnete

    Hartferrit Ferrit-Magnete zählen zu den preisgünstigsten und weltweit am häufigsten eingesetzten Magnet-Werkstoffe, welche überall dort Einsatz finden, wo es nicht auf besonders hohe Magnetfelder und/oder kleine Baugrößen ankommt. Temperaturbeständigkeit und Entmagnetisierungsstabilität liegen im mittleren Bereich. Bei Großserien hat er nach wie vor eine große Bedeutung.
    Beim Herstellprozess unterscheidet man das sogenannte Nasspressverfahren und das Trockenpressverfahren. Das Trockenpressverfahren gleicht im Wesentlichen dem für NdFeB beschriebenen Verfahren. Die Besonderheit des Nasspressverfahrens ist, dass das Legierungspulver mit Flüssigkeit zu einer Emulsion gemischt wird. Diese wird über Füllkanäle in das Presswerkzeug eingespritzt. Beim anschließenden Verdichten unter Einschaltung eines Magnetfeldes zur Ausrichtung der Partikel (Einstellung der Anisotropie) wird ein Teil der Flüssigkeit abgesaugt. Vor dem Sintern müssen die Presslinge entweder an Luft oder in Trockenöfen getrocknet werden. Das aufwendigere Nasspressverfahren wird angewendet zur Erzielung höherer magnetischer Eigenschaften.

    Magnetische Eigenschaften bei Raumtemperatur
    Kurzzeichen Isotropie Press- Remanenz Koerzitivfeldstärke Energieprodukt Einsatztemp.
    nach   verfahren Br bHc jHc (B*H)max. bis
    DIN IEC     mT kA/m kA/m kJ/m³ °C
    60404-8-11     min. typ. min. typ. min. typ. min. typ. max.
    HF 8/22 Ba
    isotrop
    trocken
    gepresst
    215 220 125 140 220 230 8,0 8,5 250
    HF 24/16 Ba anisotrop trocken
    gepresst
    350 365 155 175 160 180 24,0 25,5 250
    HF 24/23 Sr
    anisotrop
    trocken
    gepresst
    350 365 210 220 230 240 24,0 25,5 250
    HF 26/24 Sr
    anisotrop
    trocken
    gepresst
    370 380 230 240 240 250 26,0 27,0 250
    HF 28/26 Sr
    anisotrop
    nass
    gepresst
    385 395 240 255 260 275 28,0 30,0 250
    HF 28/28 Sr
    anisotrop
    nass
    gepresst
    385 395 240 255 260 275 28,0 30,0 250
    HF 30/26 Sr
    anisotrop
    nass
    gepresst
    395 405 240 250 260 270 30,0 31,5 250
    HF 32/26 Sr
    anisotrop
    nass
    gepresst
    400 410 250 260 260 270 32,0 34,0 250

    1gebildet aus angenäherten Mindestwerten von (B*H)max. und jHc nach DIN IEC 60404-8-1.

    Physikalische Eigenschaften von Hartferrit-Magneten
    Typ. physikalische    
    Eigenschaften    
    Curie Temperatur °C 450
    Max. Betriebstemperatur °C 250
    Härte Hv 480-580
    Dichte g/cm³ 4,8 - 4,9
    Relative permanente Permeabilität µrec 1,05 - 1,20
    Temperatur Koeffizient von Br %/°C -0,2
    Temperatur Koeffizient von jHc %/°C 0,3

    Die gemachten Angaben gelten lediglich als Hinweis. Zusicherung bestimmter Eigenschaften eines Produktes bedarf der schriftlichen Vereinbarung.

    Dieses Datenblatt steht Ihnen auch als PDF-Dokument zum Download zur Verfügung: Datenblatt Hartferrit

    Eine Auswahl an vorrätigen Hartferrit-Magneten finden Sie hier in unserem Magnet-Shop.


    • Ferritmagnete

      Ferritmagnete sind vor allem wegen des günstigen Preis-Leistungs-Verhältnisses beliebt. Sie verfügen zwar nicht über die außergewöhnlich hohen Energiedichten anderer Magneten, eignen sich aber immer dann, wenn eine niedrige Remanenz für den Anwendungszweck ausreichend ist. Da sie im Vergleich zu anderen Magnetwerkstoffen wesentlich günstiger hergestellt werden können, eignen sich Hartferrit-Magnete besonders gut bei höheren Stückzahlen und angestrebter mehrjähriger Serienfertigung. Der Vorteil der Preisstabilität bei diesem keramischen Magnetwerkstoff innerhalb der letzten Jahre ist in diesem Zusammenhang ebenfalls zu nennen. Als Anwendungsbeispiele können elektronische Komponenten, Spielzeug, Lautsprecher und Motoren genannt werden. Auch in der Sensortechnik werden Ferritmagnete eingesetzt. Die EarthMag GmbH bietet Hartferritmagnete in verschiedenen Güten an, die max. erreichbare Remanenz liegt bei etwa 410 mT.

      Herstellung und Varianten

      Ferritmagnete zählen zu den am meisten hergestellten und verwendeten Magneten. Sie werden aus Eisenoxid und Bariumkarbonat, beziehungsweise Eisenoxid und Strontiumkarbonat gefertigt. Letztere verfügen über ein höheres Energieprodukt als Magneten aus Bariumferrit. Es wird weiterhin zwischen isotropen und anisotropen Magneten unterschieden. Die Energiedichte anisotroper Magnete ist deutlich höher als die isotroper Magnete, was sich auf die Haftstärke auswirkt. Auch die Größe des Magneten beeinflusst den magnetischen Grad.

      Die Herstellung isotroper Ferritmagnete erfolgt, indem die Ausgangsstoffe zu einem feinen Pulver mit hexagonaler Kristallstruktur zermahlen, granuliert, in einem Magnetfeld gepresst und gesintert werden. Anisotrope Magnete werden mittels Trockenpressverfahren oder Nasspressverfahren hergestellt. Die Besonderheit des Nasspressverfahrens ist, dass das Legierungspulver mit Flüssigkeit zu einer Emulsion gemischt wird. Diese wird über Füllkanäle in das Presswerkzeug eingespritzt. Beim anschließenden Verdichten unter Einschaltung eines Magnetfeldes zur Ausrichtung der Partikel (Einstellung der Anisotropie) wird ein Teil der Flüssigkeit abgesaugt. Vor dem Sintern müssen die Presslinge entweder an Luft oder in Trockenöfen getrocknet werden. Das aufwendigere Nasspressverfahren wird angewendet zur Erzielung höherer magnetischer Eigenschaften.

      Eigenschaften

      Ferritmagnete sind recht unempfindlich gegenüber Oxidation und Witterungseinflüsse. Eine Beschichtung des Materials aus Gründen der Verbeugung von Korrosion ist daher nicht notwendig. Sie sind in hohem Maße chemikalienbeständig. Der Verlust magnetischer Eigenschaften von Hartferritmagneten kann lediglich von höheren magnetischen Gegenfeldern hervorgerufen werden. Die Temperaturbeständigkeit reicht von -40°C bis 250°C, was die Einsatzmöglichkeiten für Hartferrit-Magnete erhöht. Darüber hinaus gelten Ferritmagnete als ungiftig und verhalten sich bei möglicher Vernichtung umweltfreundlich. Auch direkter Kontakt mit Lebensmitteln gilt als unbedenklich.

      Einsatzgebiete

      Für den Hausgebrauch werden zahlreiche Haftmagnete, beispielsweise für Magnettafeln, in den unterschiedlichsten Ausführungen hergestellt. Industriell werden Ferritmagnete überwiegend in der Elektronik, der Elektrotechnik, der Automobilindustrie, der Chirurgie- und Medizintechnik, der Metallurgie und der Raffinerie verarbeitet. Hartferritmagnete finden Sie natürlich auch in der Lautsprecher-Produktion. Sie werden sowohl wegen der geringen Kosten wie auch wegen ihrer Unempfindlichkeit gegenüber äußeren Einflüssen gerne zur Massenproduktion verwendet. In privaten Haushalten sind Ferritmagnete aufgrund des geringen Anschaffungspreises und der Unbedenklichkeit im Umgang mit den Magneten häufig anzutreffen.