• AlNiCo

    AluminiumNickelCobald Bei dem metallischen Legierungsmagnet aus Aluminium, Nickel, Cobalt sowie Eisen, Kupfer und Titan handelt es sich um den ältesten noch verwendeten Dauermagnet-Werkstoff. Seine sehr geringe Koerzitivfeldstärke fordert besondere Beachtung bei der Dimensionierung und macht ihn leicht entmagnetisierbar durch Gegenfelder. Seine Stärke liegt dagegen in seiner Einsatzfähigkeit bei Temperaturen von -270 bis zu 550° C. Sein ausgezeichneter Temperaturkoeffizient von 0,02% pro °C macht ihn zum bevorzugten Werkstoff z.B. für Messinstrumente und -geräte und wird vorwiegend dort eingesetzt, wo bei großen Temperaturschwankungen ein konstantes Magnetfeld benötigt wird. Durch die Legierung ergibt sich eine extrem hohe Korrosionsfestigkeit und eine große Beständigkeit gegenüber den meisten Säuren.

    Die Herstellung kann sowohl sintertechnisch (vorwiegend bei kleineren Geometrien) oder gießtechnisch erfolgen. Hierbei wird eine Legierungsschmelze in z.B. Sandformen abgegossen. Bei den anisotropen Güten geschieht die Ausrichtung nach dem Sintern bzw. Gießen durch Einschaltung eines Magnetfeldes während der anschließenden Wärmebehandlung.

    Magnetische Eigenschaften bei Raumtemperatur
    gegossenes AlNiCo

        Remanenz Koerzitivfeldstärke Energieprodukt Einsatztemp.
        Br bHc (BH)max bis
    Güte IEC Standard mT kA/m kJ/m³ °C
        nom. nom. nom. max.
    LN9 - 690 37 9 450
    LN10 AlNiCo 9/3 650 42 10 450
    LN12 - 720 45 12 450
    LN13 - 700 48 13 450
    LNG11 AlNiCo 8/4 720 37 11,2 525
    LNG13 AlNiCo 12/6 700 50 13 525
    LNG16 - 800 53 16 525
    LNG18 - 1050 46 30 525
    LNG32 - 1180 46 32 525
    LNG34 - 1180 44 34 525
    LNG37 AlNiCo 37/5 1200 48 37 525
    LNG40 - 1250 48 40 525
    LNG44 AlNiCo 44/5 1250 52 44 525
    LNG48 - 1250 52 48 525
    LNG52 AlNiCo 52/6 1300 56 52 525
    LNG60 - 1350 56 60 525
    LNGT18 AlNiCo 17/9 580 90 18 525
    LNGT28 AlNiCo 26/6 1050 56 28 525
    LNGT30 - 1050 60 30 525
    LNGT32 AlNiCo 38/11 800 100 32 550
    LNGT34 AlNiCo 38/11 800 104 34 550
    LNGT38 AlNiCo 38/11 820 110 38 550
    LNGT40 - 820 112 40 550
    LNGT44 - 880 120 44 550
    LNGT60 AlNiCo 60/11 900 110 60 550
    LNGT72 - 1050 112 72 550
    LNGT80 - 1080 123 80 550
    LNGT88 - 1100 126 88 550
    LNGT92 - 1150 126 92 550
    LNGT36J AlNiCo 36/15 700 140 36 550


    gesintertes AlNiCo - isotrop
      Remanenz Koerzitivfeldstärke Koerzitivfeldstärke Energieprodukt Einsatztemp.
      Br bHc jHc (BH)max bis
    Güte mT kA/m kA/m kJ/m³ °C
      nom. min. max. nom. max.
    FLN8 520 40 43 8 - 10 440
    FLNG12 700 40 43 12 - 14 450
    FLNG14 570 76 78 14 - 16 450
    FLNGT18 560 86 90 18 - 22 525


    gesintertes AlNiCo - anisotrop
      Remanenz Koerzitivfeldstärke Koerzitivfeldstärke Energieprodukt
      Br bHc jHc (BH)max
    Güte mT kA/m kA/m kJ/m³
      nom. min. max. nom.
    FLNG28 1050 46 47 28 - 33
    FLNG34 1100 48 50 33 - 38
    FLNG35 1220 50 51 35 - 39
    FLNGT28 1000 56 57 28 - 30
    FLNGT31 780 104 106 33 - 36
    FLNGT38 800 123 126 38 - 42
    FLNGT42 880 120 122 42 - 44
    FLNGT44 900 120 125 44 - 48
    FLNG33J 650 136 150 31 - 36
    FLNGT40J 800 1440 155 40 - 44
    FLNGT44J 820 1520 160 44 - 48

    Die gemachten Angaben gelten lediglich als Hinweis. Zusicherung bestimmter Eigenschaften eines Produktes bedarf der schriftlichen Vereinbarung.

    Dieses Datenblatt steht Ihnen auch als PDF-Dokument zum Download zur Verfügung: Datenblatt AlNiCo

    • AlNiCo Magnete

      Magnete aus einer Verbindung von Aluminium, Nickel und Kobalt zählen zu den ältesten bekannten Permanentmagneten in der Magnetindustrie. Die Herstellung der ersten Exemplare erfolgte bereits in den 30er Jahren. Erst in den 60er und 70er Jahren folgten Versuche mit SmCo- und NdFeB-Legierungen. Charakteristisch für AlNiCo Magnete ist vor allem ihre hohe Temperaturbeständigkeit von bis zu 550°C und ihre zugleich hohe Remanenz, sie verfügen allerdings über magnetische Werte innerhalb der Koerzitivfeldstärke im Vergleich zu anderen Dauermagneten, um eine Entmagnetisierung zu verhindern ist auf die Dimensionierung dieser Magnete besonderer Wert zu legen.

      Eigenschaften

      AlNiCo Magnete halten abhängig Ihrer jeweiligen Güte Temperaturen bis 550°C stand, ohne Folge von irreversiblen Verlusten magnetischer Eigenschaften. Ein weiterer Vorteil ist ihre Korrosionsbeständigkeit, auch die meisten Lösungsmittel beschädigen diese Legierung dank des hohen Gehalts an Nickel nicht. Mit anorganischen Säuren und alkalischen Lösungen sollten sie hingegen nicht in Kontakt kommen. Aus ökologischer Sicht ist der Einsatz von AlNiCo Magneten unbedenklich, da sie umweltfreundlich entsorgt werden können. Eine Schwäche von Aluminium-Nickel-Kobalt-Magneten ist, dass sie aufgrund ihrer geringen Koerzitivfeldstärke leicht entmagnetisiert werden können.

      Einsatzmöglichkeiten der AlNiCo Magnete

      AlNiCo Magnete sind für alle Bereiche mit höheren Temperaturen geeignet. Die häufigsten Einsatzgebiete sind Messgeräte, Sensoren, Reedschalter und Weggebersysteme. Weitere gängige Einsatzbereiche sind Elektromotoren und Lautsprecher. Eine Verwendung in gleichpoliger Umgebung ist nicht möglich, da dies aufgrund der schwachen Koerzitivfeldstärke schnell zur Entmagnetisierung führt.

      Obgleich AlNiCo Magnete günstiger sind als andere Permanentmagnete, werden sie, sofern die Umgebungsbedingungen es zulassen, in vielen Bereichen gerne durch NdFeB Magnete ersetzt.

      Ausgangsstoffe, Arten und Herstellung

      Neben den Grundstoffen Aluminium, Nickel und Kobalt kann der Legierung je nach Einsatzbereich noch Eisen, Kupfer oder auch Titan hinzugefügt werden. AlNiCo-Magnete können mittels unterschiedlicher Fertigungsverfahren hergestellt werden. Im Gussverfahren werden die Grundstoffe geschmolzen und anschließend in Feinguss- oder Sandformen gegossen. Das Sinterverfahren setzt zunächst die Mischung der Pulver der Vormaterialien voraus, welche dann in das Matritzenhohl eines Presswerkzeuges gefüllt werden. Nach der Pressung zu Festkörpern werden die Magnete unter Schutzgas oder im Vakuum bei Temperaturen um 1.300°C gesintert. Innerhalb dieses Prozesses entsteht die gewünschte Legierung und die Verdichtung des Formkörpers. Auch dies geschieht in einem Magnetfeld. Durch wärmetechnische Anschlussverfahren kann die kristalline Struktur nochmals magnetisch ausgerichtet werden. Muss ein fertiger Magnet weiter bearbeitet werden, sind aufgrund der harten Beschaffenheit der dichten Legierung Diamantwerkzeuge erforderlich.